2016-05-08 Sonntagnachmittag… Erich Kästner

Sonntagnachmittag….

Arbeit muss es quasi geben.

Denn der Mensch besteht aus Bauch.

Arbeit ist das halbe Leben, 

und die andre Hälfte auch.
Manche geben keine Ruhe,

und sie schuften voller Wut.

Doch ihr Tun ist nur Getue,

und es kleidet sie nicht gut.
Seht euch vor, bevor ihr schuftet!

Zieht euch keinen Splitter ein.

Wer behauptet, dass Schweiß duftet,

ist (ganz objektiv) ein Schwein.
Zählt die Arbeit zu den Strafen!

Wer nichts braucht, braucht nichts zu tun.

Legt euch mit den Hühnern schlafen.

Wenn es geht: proMann ein Huhn.
Lasst euch auf Sofas treiben!

Gut geträumt ist halb gelacht.

Hände sind zum Händereiben.

Sagt schon morgens Gute Nacht!
Wozu macht Ihr Karriere?

Ist die Erde denn kein Stern?

Tut, als ob stets Sonntag wäre,

denn er ist der Tag des Herrn.
Vieles tun, heißt vieles leiden.

Lebt, so gut es geht, von Luft.

Arbeit lässt sich schlecht vermeiden

doch wer schuftet, ist ein Schuft!
11.März 1929 Erich Kästner  – die Montagsgedichte

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4 Gedanken zu “2016-05-08 Sonntagnachmittag… Erich Kästner

  1. genotypa

    am tage des herrn
    sind die tage nicht fern

    wo du stehst am lebens ende
    erhebest deine hände

    vor kummer ob der vielen arbeit
    die dir geraubt die lebenszeit

    schaffen für des lebensunterhalt
    macht vor keinem menschen halt

    Gefällt 1 Person

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