09.11.2016 Gesellschaftliches Knalltrauma

Es gab in den vergangenen Jahrzehnten und Jahren genügend und unüberhörbare Warnschüsse was vor allem die Zukunft des „demokratischen Establishments“ weltweit betrifft. Diese selbsternannten Eliten haben allen demokratischen Enthusiasmus nach dem 2.Weltkrieg radikal entsagt und statt dessen der weltausbeuterischen Weltordnung der finanziellen, wirtschaftlichen und militärischen nachwachsenden „Eliten“ hingebungsvoll gehuldigt. Und irgendwann hat es dann immer öfter und immer lauter angefangen in diesen Ländern zu „knallen“. 

Aber wer einmal ein Knalltrauma miterlebt hat, der weiß, dass man unmittelbar danach sämtlichen Orientierungssinn verlieren kann. Das ist auch in all diesen Staaten zu beobachten, die diesem knall-lauten Populistentreiben erliegen.  Das Einzige was diesen nur mäßig legitimierten Demokratur-Herrschern eingefallen war ist das „weiter so“, „wie bisher und schon immer“, „yes we can“ Geschwafel verbunden mit hartnäckiger Untätigkeit und der Hoffnung auf die Demokratische Selbstheilung der Gesellschaften, die von ihnenndabei aber beständig mit politischer Jauche zugeschüttet werden.

Nein, Selbstheilung ist eine trügerische Hoffnung….das wissen gerade wir Deutschen aus Zeiten der Eeimarer Republik…. Solche erodierenden Vorgänge hinterlassen Narben und empfindliche Achillesfersen in einer ehemals gut gemeinten demokratischen Kultur. Und wenn man nicht aktiv für Ruhe und entsprechende vorbeugende Gegenmaßnahmen sorgt dann kann aus den stressig immer schneller aufeinanderfolgenden unüberhörbar lauten Schüssen zu den Knalltraumata, ein schmerzhaft erinnernder Tinnitus oder sogar Taubheit hinzukommen.

Und damit können nur wenige Menschen adäquat umgehen. Und diese Menschen sind international aber auch national gerade nirgends zu finden….

Der gefällige internationale Beifall von gefährlich populistischen Strömungen zum Wahlsieg von Donald Trump ist genau dieses Tinnitus-Hintergrundrauschen nach dem gefährlich lauten Knall.

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3 Gedanken zu “09.11.2016 Gesellschaftliches Knalltrauma

  1. Das wollen die Amerikaner nicht. Korrekt.
    Aber wir können durch den Weckruf unser Duckmäusertum gegenüber Amerika beenden. Wir können lernen in unsere „eigene Kraft“ zu kommen und endlich mal unsere eigenen Positionen unabhängig von den USA zu bestimmen. Das Potential, die Anzahl der Füße, das Know How die Bildung und die Intelligenz haben wir in Europa. Wir sollten sie Nutzen. Dann kann uns der Egozentriker aus Amerika ziemlich egal sein. Er ist dann nur ein nicht zu änderndes Ärgernis.

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  2. Glaubst Du ernsthaft, dass die amerikanischen Wähler durch die Wahl des „let’s make America Great again“ diese Botschaft als „let’s make the World/Europe great again“ zu uns transportieren wollen? Weit gefehlt! Das Knalltrauma dieser Wahl hat weite Teile der weltweiten Politik ziemlich orientierungslos hinterlassen. Und wir werden eine Periode rücksichtslos egozentrisch betriebener Politik erleben.

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  3. Warnschüsse gab es immer wieder. Sie verhallten letztlich immer ungehört. Wie die Presse aus dem lauten Knall nun eine Riesenkatastrophe macht resultiert eher aus der Tatsache, das dieses Ergebnis nicht erwartet, daher der Knall so laut empfunden wurde weil man erschrocken ist. Wäre das Feuerwerk angesagt gewesen hätte es nicht laut genug sein können – um im Bild zu bleiben.

    Erschreckt wird so etwas wie Endzeitstimmung formuliert um die eigene Angst durch lautes rufen im Wald zu bekämpfen. Zumindest die Pressemeldungen etablierter Medien gehen in diese Richtung und es wird „ganz seriös“ die unsäglich dumme Frage gestellt, wie wird das weiter gehen? Darauf folgt ein Horrorszenario auf das nächste schwach begründet mit Zitaten aus hollywoodreifen Wahlkampfreden.

    Es wird weitergehen. Das ist sicher. Ob das allen gefällt ist eine andere Frage. Die Angstmache der führenden Medien, der etablierten Politiker und einflussreicher Lobbyisten zeigt eher, dass diese Gruppen Angst haben müssen – nämlich privilegierte Vorteile für sich verlieren zu können incl. Wähler an Rechtspoulisten abgeben zu müssen.
    Als Person ohne Präferenzen sage ich: Es ist gar nichts passiert. Es war eine demokratische Wahl nach einer unsäglichen Schlammschlacht und die Amerikaner bekommen den Präsidenten, den sie sich (zur Überraschung von Vielen) gewünscht haben und der zu ihnen passt.

    Wir sollten das anerkennen und uns fragen was wir wollen. Wenn unsere Gesellschaft eine klare Vorstellung von dem hat, wie sie leben möchte, dann können wir das notwendige tun um diese Entwicklung voranzutreiben. Dann brauchen wir keinen amerikanischen Präsidenten hinter dem alle herlaufen, in Ermangelung eigener Klarheit und eigener Vorstellungen.

    Trump hat es medial auf eine ganz einfache Formel gebracht: „America first“. Genau so sollten wir auch denken. Wir sollten zu allererst an unser Gemeinwesen denken und uns klar machen, wie wir leben wollen und dann alles tun um unsere Gesellschaft dort hin zu entwickeln. Wir sollten uns nicht darum sorgen, dass Amerika den „besten Präsidenten“ bekommt (den haben sie sich heute Nacht gewählt😉 und das Amerika das bekommt was es will. Das verstellt uns nur den Blick für unsere eigenen Interessen und das kann nicht unserem Interesse sein.

    Seit heute ist Trump genau so eine Realität wie Putin oder Erdogan und viele andere. Damit müssen wir umgehen. Ja. Aber Trump und Amerika ist der falsche Focus.
    Es gibt bei uns genügend aufzuräumen. Wie wäre es denn zu Beispiel mit der grandios misslungenen Integration des Ostens. Oder fairen Lohn für gleiche Arbeit. Bildungschancen, soziale Teilhabe für alle, faire Besteuerung von Arm und Reich oder die kommende Altersarmut.

    Wir haben uns Amerika viel zu lange zum Vorbild genommen und haben mit der unreflektierten Übernahme amerikanischer Interessen, die negativen Konsequenzen für unser Gemeinwesen ausgeblendet. Nun soll die Globalisierung oder (der aus Amerika kommende) Neo-Liberalismus daran schuld sein. Ich sage: Alles Unsinn. Das Problem ist unser Fokus auf Amerika, der uns den Blick auf uns selbst verstellt hat. Das müssen wir, jeder einzelne, die deutschen Lobbyisten, die deutschen Medien und die Politiker schnellstmöglich lernen.

    Wenn die narzistische Egomanie von Herrn Trump dabei hilft, dieses Lernen in Gang zu setzen und zu befördern, dann sollten wir den amerikanischen Wählern für ihre Entscheidung dankbar sein und dieses Wahlergebnis als glückliche Fügung des Schicksals anerkennen.

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