2016-07-23 Nachtschichtgottesdienst Nachbetrachtung 

Der Nachtachichtgottesdienst gestern Abend unter dem Thema:

 „Wie gerecht ist unsere Gesellschaft?“ – Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher


war wieder eines der Highlighta dieser Woche. So innovativ, so unterhaltsam, so informativ, so provokant, so nachdenklich, so praxisbezogen, so meditativ, so hererfrischend, so kommunikativ, so verbindlich, so verbindend, so…   kann (nein muß) Kirche und Gottesdienst in den heutigen Zeiten sein!

Ein großes Lob an das Team rund um Ralf Vogel.


(Passendes Motto im Treppenhaus des Hospitalhofs)

Die fantastische musikalische Begleitung durch das Martin Prandl Quartett hat immer wieder meditative Akzente an diesem hochaktuellen Abend setzen können. 


Im Gespräch diesmal 2/3 Besetzung von „die Anstalt“in Person von Max Uthoff und Dietrich Krauss, die einen bewundernswert offenen und, wie ich empfunden habe, ehrlichen Einblick in ihre Arbeit als Kabarettisten gegeben haben. Und vor allem die Beschäftigung mit den „Lebensthemen“ der Beiden. Dietrich Krauss gab einen ganz kurzen Einblick in sein Thema „Rentenungerechtigkeit“ in Deutschland und Max Uthoff in sein Thema „ungerechte HartzIV-Sanktionen“. Geführt von den richtig und von mir als sehr mutig empfundenen Fragen von Ralf Vogel entwickelte sich hier ein sich mir tief einprägender kirchlich-sozialpolitischer Diskurs. 


Verbunden mit den Hinweisen zu den Aktivitäten in den die Beiden netzwerkend und unterstützend unterwegs sind kommt bei diesem zentralen Element des Nachtschicht-Gottesdienst nie ein Predigtcharakter oder gar ein Anflug von Moralpredigt auf.

Im Gegenteil – die Eingebundenheit des großen Jugendlichen Vorbereitungsteams bei der Einstimmung auf das Thema und bei den Fürbitten spiegelt diese Bodenständigkeit. Auch dadurch dass zwei Teamer nächste Woche  eine Tagung zur Zukunftsgestaltung der Stadt in Stuttgart mit leiten und noch weitere Jugendliche zur Teilnahme einluden.

„Gerichte sind die Freisprechanlage der Mächtigen…“ Dieses Zitat des Abends von Max Uthoff (einem Juristen mit erstem und zweitem Staatsexamen – wie unter Gelächter des Saales im Hinblick auf den aktuellen Bezug zur Abgeordneten Hinz von der SPD festgestellt wurde) wird mir noch lange nachhallen…

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2016-05-15 Begnügt Euch nicht! -Gedanken zu Pfingsten 

Papst Franziskus zieht in Erwägung Frauen in der katholischen Kirche für die Aufgaben einer Diakonin zuzulassen?

Der SPD Vorsitzende Gabriel hat sich angesichts der dramatisch sinkenden Zustimmungs-Werte zu seiner möglichen Kanzlerkandidatur dazu entschlossen, auch andere innerparteiliche Mitbewerber zur Kanzlerkandidatur aufzurufen.

Zwei Vorgänge die auf den ersten Blick gesehen nichts miteinander zu tun haben. Aber denen hintergründig mehr gemein ist als den Akteuren lieb sein kann.

Beide lassen erkennen, dass sich die Grundlagen des Machterhaltes nun doch dauerhaft anders entwickeln werden als sich diese Dinosaurier ihrer jeweiligen Macht wünschen. Daher greifen sie beide auf das Allheilmittel jeglichen Machterhaltes zurück: „Teile und herrsche (weiter)“

Beide Male sollen winzig kleine Türchen einer Teilnahme an dem Wettbewerb um die eher unwesentlichen Und arbeitsaufwendigen Teile der Partizipation an der Entscheidungsteilhabe geöffnet werden. Aber an das grundsätzlich falsche Konstrukt der Apparate für die Aufgaben der Zukunft wollen weder Franziskus noch Gabriel rangehen. Dazu ist ihnen der Wille zum persönlichen Machterhalt gemeinsam.

Doch wenn ich die Pfingstgeschichte richtig verstehe, -dann darin, dass wenn Menschen erkennen, dass sie von Veränderungswillen beseelt sind, dass sie dann auch ungeachtet der sprachlichen und sonstigen Barrieren in die Lage versetzt werden „Berge zu versetzen“. Und mit weniger sollten sie sich dann auch keinesfalls und niemals begnügen.

Und dann würde das heuchlerisch Kleingeistige dieser beiden Ankündigungen ganz schnell offenbar…